Wenn Ruderinnen und Ruderer von einer „gemütlichen Ausfahrt“ sprechen, darf man das durchaus mit Vorsicht genießen. So auch am Samstag, dem 18. Juli 2026, als sich zwei Mannschaften auf den Weg zur traditionellen Sternfahrt zum Linzer Ruderverein ISTER machten.
Die erste Crew mit vier Rudernden legte bereits in Engelhartszell ab. Noch lag die Donau ruhig vor ihnen und schon bald wartete mit der Schlögener Schlinge einer der schönsten Abschnitte des Stroms auf sie: Dort zwingt das harte Granitgestein die Donau zu einer fast 180-Grad-Kehre – als hätte sie selbst kurz überlegt, ob sie nicht doch lieber wieder zurückfließen möchte. Die beeindruckende Landschaft, die steilen bewaldeten Hänge und die morgendliche Ruhe machten diesen Abschnitt zu einem echten Genuss. Wer hier im Boot saß, verstand schnell, warum die Schlögener Schlinge zu den landschaftlichen Höhepunkten im Donautal zählt.
Ab Aschach wurde der Himmel dann deutlich weniger freundlich. Dunkle Wolken bauten sich auf, einige Regentropfen fanden tatsächlich den Weg bis zu den Rudernden, und manch einer blickte etwas häufiger nach oben als nach vorne. Doch Petrus hatte offenbar ein Einsehen: Die Gewitterwolken verzogen sich, bevor sie Ernst machen konnten, und so blieb es bei einer kurzen Erfrischung.
Für die Engelhartszeller Mannschaft stand anschließend noch die Schleusung bei der Staustufe Aschach auf dem Programm. Nach kurzer Wartezeit ging es gemeinsam mit anderen Wasserfahrzeugen in die Schleusenkammer – ein beeindruckendes Erlebnis, das jedes Mal aufs Neue zeigt, welche Kräfte auf der Donau wirken. Während sich der Wasserspiegel langsam senkte, blieb genügend Zeit für Gespräche, Fachsimpeleien und Scherze. Die zweite Gruppe, die erst in Aschach startete, konnte sich diesen Programmpunkt entspannt sparen und nahm direkt Kurs auf Linz.
Dort trafen schließlich beide Mannschaften – unabhängig voneinander, aber mit demselben Ziel – beim Linzer Ruderverein ISTER ein. Ergänzt wurden die beiden Ruderteams von Georg und Barbara, die ihre mehrtägige Wanderfahrt ab Straubing in Linz abschlossen.
Bei bester Stimmung wurden die Erlebnisse des Tages ausgetauscht, die verbrauchten Kalorien wieder aufgefüllt und die eine oder andere Geschichte mit jedem Erzählen ein klein wenig länger. So soll eine Sternfahrt eben sein: sportlich, kameradschaftlich und voller schöner Eindrücke – mit etwas Wetter, ein bisschen Abenteuer und ganz viel Freude am Rudern.









