Von der Donau an die Ostsee – unsere Wanderfahrt nach Stralsund

von Christian Schult

Eigentlich wäre dieses Jahr die Vogalonga samt Besuch beim Diadora Ruderclub auf dem Programm gestanden. Doch weil daraus kurzfristig nichts wurde, beschlossen wir: Wenn schon nicht 700 Kilometer in den Süden, dann eben 1.000 Kilometer in den Norden. Also wurde Kontakt nach Stralsund aufgenommen, eine Unterkunft gebucht – und schon war der Plan geboren.

Am Donnerstag ging es dann los: Boote aufladen, Bus vollpacken und direkt hinein in die Nacht. Schlaf? Überbewertet.

Nach durchfahrener Nacht erreichten wir am nächsten Tag Stralsund und erkundeten die Stadt im leichten Zombie-Modus. Frisch geräucherter Fisch direkt vom Kutter am Hafen half gegen die Müdigkeit, allerdings nicht genug für den anschließenden dreistündigen Shopping-Marathon der Mädels. Die Fahrer kapitulierten irgendwann würdevoll und nahmen im Bus eine wohlverdiente Mütze Schlaf.

Danach ging es weiter nach Puddemin auf Rügen, einer direkt am Wasser gelegenen Feriensiedlung mit vielleicht 20 Häuschen und einer kleinen Marina. Unser Ferienhaus mit Reetdach war schnell gefunden – und entpuppte sich als sehr schön, gemütlich und genau richtig für unsere kleine Ostsee-Expedition.

Am nächsten Tag wurde es ernst: Die Donauruderer gingen zum ersten Mal auf die Ostsee. Von Puddemin aus ruderten wir über den Bodden Richtung Stralsund, mit kurzem Strandstopp auf der Halbinsel Devin. Dann ging es unter der Rügenbrücke hindurch, vorbei am Hafen und an der Gorch Fock bis zum Ruderclub der Hansestadt Stralsund. Nach rund 25 Kilometern wurden wir dort von Christians inzwischen pensioniertem Ex-Co-Trainer „Neumi“ empfangen – mit Kaffee und kaltem Bier. Besser kann ein Zieleinlauf kaum sein. Die Coastal-Boote des Clubs fanden wir übrigens ziemlich cool und werden sie beim nächsten Besuch sicher einmal ausprobieren.

Zurück nach Rügen ging es dann nicht im Boot, sondern mit dem geliehenen Auto der Oma – vorbei an endlosen Rapsfeldern und durch traumhafte Alleen. Nach einem kurzen Powernap fuhren wir nach Binz: Strand, Promenade, Livemusik und im alten Bootshaus die beste Fischsuppe der Welt. Dort, wo die DLRG gegründet wurde – quasi die deutsche Baywatch.

Am Sonntag legten wir eine Ruderpause ein und erkundeten Rügen. Mit der Fähre ging es nach Hiddensee, wo eine schöne Inselwanderung und der Leuchtturm warteten. Später besuchten wir Kap Arkona, das „Nordkap Deutschlands“. Weil es schon recht spät war und die meisten Restaurants bereits geschlossen hatten, verschlug es uns nach Breege. Zum Glück! Dort im verschlafenen Fischerdorf, gab es hervorragenden Räucherfisch und andere Fischspezialitäten. Ein Strandbesuch auf der Schaabe rundete den Tag perfekt ab.

Am Montag stand das Zurückrudern an. Früh am Morgen wurde das Auto wieder der Oma übergeben, dann verabschiedeten wir uns vom Stralsunder Ruderclub und ruderten bei kräftigerem Wind zurück nach Puddemin. Diesmal bekamen wir auch echtes Ostseewasser ab – schließlich wollten wir ja authentische Bedingungen.

Nach einer Pause am Strand der Halbinsel Devin erreichten wir wieder die kleine Marina. Da der Tag noch jung war, ging es weiter nach Putbus, einst fürstliche Sommerfrische. Park, alte Bäume, Schlossruine und Orangerie sorgten für das Kulturprogramm. Am Abend wartete dann noch ein echtes Highlight: Essen in der „Nautilus“, einem Fischrestaurant, das wie ein U-Boot gestaltet ist.

Am nächsten Morgen hieß es packen, noch einmal zu Kaufhaus Stolz und Edeka – und dann Richtung Süden. Mit 20 Kilo deutscher Spezialitäten, fünf riesigen Taschen neuer Bekleidung und sehr vielen Eindrücken und Erinnerungen war klar: Gut, dass wir den großen Bootstrailer dabeihatten. Ohne ihn hätten es die Einkäufe niemals zurück nach Österreich geschafft.

Eines ist uns allen klar: Das war sicher nicht unser letzter Besuch an der wunderschönen Ostsee.

Danke an unsere Sponsoren: